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Die Kähnes in Petzow

 

Das Kaehnesche Familienwappen am Herrenhaus (Schloss)

 

Carl Friedrich August Kaehne, Gutsbesitzer

Zeittafel

1630 Peter Kähne (Kaehne, Kahn) wandert mit seiner protestantischen Familie aus Böhmen aus
1648 Am 9. Mai erwirbt Peter Kähne das Petzower Schulzengericht
1651 Amtseid als Schulze vor der Berliner Lehnskanzlei
1666 Christoph Kaehne brennt zusammen mit dem ganzen Dorf ab
1733 Peter III. errichtet ein neues Wohnhaus
1734 Übernahme der Königlichen Ziegelei in der Grelle in Pacht
1745 Peter IV. leistet den Lehnseid, Beginn des eigentlichen Aufstiegs der Familie
1748 Vergrößerung der Wirtschaft durch Übernahme der Pfarrhufe in Zeitpacht
1752 Private Ziegelei in der Löcknitz
1776 Pächter der Königlichen Ziegeleien in der Grelle und in Glindow, die ersten Büdnerfamilien erhalten ihre Häuser
1776 August Kaehne übernimmt den Besitz und das Schulzenamt und wird ein weitsichtiger Unternehmer und Hoflieferant
1784 Ausbau der Wirtschaftsgebäude, Übergang zur Stallfütterung
1787 Pacht der Potsdamer Ratsziegelei in der Brandenburger Vorstadt (Villa Ingenheim), Erwerb des Freigutes in Werder auf der Insel
1792 Erneuerung des Wohn- und Wirtschaftsgebäudes
1793 Streik aller 70 Beschäftigten der Pachtziegeleien wegen der Entlassung eines Arbeiters
1801 Generalpacht des Amtes Potsdam, Oberamtmann
1813 Erwerb des Vorwerkes Potsdam (heutiges Bahngelände) und des Tornow (Hermannswerder) für 37.740 Taler
1814 Karl Friedrich August Kähne übernimmt das Erbe
1814/15 Ablösung der Feudalverpflichtungen der Petzower Bauern und Aufkauf der meisten Grundstücke (Separation ?)
1819 Kauf der Königlichen Ziegelei an der Grelle
um 1820 Beginn der Anlegung des Parkes nach Plänen von Peter Joseph Lennè
1825 Fertigstellung des neugotischen Schlosses (Herrenhaus), Beginn der Umgestaltung der Petzower Flur
1827 Verleihung des Rittergutstatus`
1838 Verleihung der Pfründe eines "Kanonikus" im Kollegiatsstift zu Herford
1840 Erhebung in den erblichen Adelsstand von Kaehne durch König Friedrich Wilhelm IV.,

Ritter des Königlichen Hausordens

1845 Erhebung des Lehnschulzengutes Petzow in den Rang eines landtagsfähigen Rittergutes
1847/49 arbeitslose Tagelöhner verwüsten Jagd und Holzung
1858 Karl II. übernimmt das Erbe, Heirat der Freifrau von Kleist
ab 1910 Karl III. sichert seinen Besitz von 1635 ha. jeder, der das Anwesen ohne Erlaubnis betritt, wird vertrieben. Zwischenfälle und Gerichtsverfahren wegen Schießereien.
ab 1927 Prozeß gegen Karl IV. und Verurteilung wegen Körperverletzung, Anschuldigungen in der Berliner Presse als "Schiess-Kaehne", Auseinandersetzung mit dem Vater und Enterbung, dann doch wieder Anstellung als Feld- und Forstaufseher in der Löcknitz mit Deputat und Wochenlohn
1937 Karl IV.: alleiniger Erbe der Besitungen: Güter Petzow, Bliesendorf und Neuendorf
1945 der Verwalter der Gutes neuendorf, der Onkel von Kaehne begeht mit seiner Frau Selbstmord. Karl von Kaehne wird zusammen mit seinem Gutssekretär Carl Schönbein verhaftet, verurteilt und stirbt in Sachsenhausen (Oranienburg)
1946 Der Besitz unterliegt der Bodenreform und wird aufgeteilt
1991 Die Treuhand (jetzt BVS) verwaltet Schloß und Gutspark und überträgt beides in das Eigentum der Stadt Werder/Havel, die Erben der Familie von Kaehne erheben Besitzanspruch

 

Den Angaben liegt als Quelle zugrunde: Chronik der Blütenstadt Werder, hrsg. Klaus Schmidt und Baldur Martin, Werder 1992.